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[gehirnstürm]
...der zerebrale Vortex!

Berlin steht still #2

Diesmal aber so richtig.

Denn ab 03:00 Uhr streiken nicht nur die Beschäftigten der BVG für mindestens 10 Tage, die GDL hat angekündigt, ab Montag ebenfalls in einen unbefristeten Arbeitskampf einzusteigen.

Für die Berliner bedeutet das:

Ab 03:00 Uhr fahren keine U-Bahnen, keine Straßenbahnen, und kaum Busse mehr. Lediglich die wichtigsten Verkehrsachsen wird die BVG versuchen, mit Bussen im 30 Minutentakt zu bedienen.

Ab Montag kommt’s dann richtig Dicke: Dann fahren nämlich auch keine S-Bahnen mehr. Das größte und dichteste Nahverkehrsnetz Deutschlands wird dann beinahe vollständig stillstehen.

Wie gut, daß gerade Semesterferien sind.

Leid tun mir die Arbeitnehmer, die Tag für Tag auf den ÖPNV angewiesen sind, um zur Arbeit zu kommen.

Bei aller Solidarität mit den Beschäftigten, die eine drastische Gehaltserhöhung wirklich verdient hätten: Ich wäre trotzdem ziemlich angenervt, müßte ich durch dieses Chaos zur Uni oder zur Arbeit kommen…

Mehr zum Thema:

Berlin steht still

Naja, zumindest ungefähr 90% des öffentlichen Nahverkehrs.

Der Grund: Die BVG streikt. Seit heute Nacht, 00:00 Uhr fährt keine U-Bahn, kein Bus und keine Straßenbahn mehr.

Einzig die S-Bahn, deren Betreiberin S-Bahn Berlin GmbH eine Tochter der Deutschen Bahn ist, fährt, und versucht, das erhöhte Fahrgastaufkommen zu bewältigen.

Auf jeden Fall hat Jeder Nichtautofahrer, der nicht das Glück hat, in unmittelbarer Umgebung eines S-Bahnhofes zu wohnen, heute und morgen ein ziemliches Problem, von A nach B zu kommen…


(direktbvgstreik)

Bahnstreik? Kinderkacke!

Bahnstreik in Deutschland?

Is doch Kinderkacke!

Die Franzosen, ja die wissen, wie man so richtig streikt.

Da kann die Regierung nicht einfach alles machen, was sie will. Wenn den Leuten da etwas stinkt, dann gehen sie auf die Straße! Legen die Arbeit nieder! Blockieren das Land, um ihren Forderungen Gewicht zu verleihen:


Link: direktrichtigstreiken

Warum zum Teufel klappt so etwas bei uns nicht?

Warum lassen wir uns von Politik und neoliberalen Propagandisten immer wieder an der Nase herumführen und in die Tasche greifen?

Warum lassen wir es uns gefallen, daß den Reichsten und Mächtigsten im Namen des Fortschritts immer wieder milliardenschwere Steuergeschenke gemacht werden, während der gewöhnliche Bürger weiter zur Kasse gebeten, und die sozial und finanziell Schwachen auf der Strecke bleiben?

Warum lasen wir es uns gefallen, daß das Volk zum Stimmvieh degradiert wird, dessen Rechte immer weiter eingeengt und abgebaut werden, und daß wir flächendeckend überwacht und durchleuchtet werden?

In diesem Land wäre mal ein Generalstreik fällig. So richtig! Die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt einfach mal für einen Tag pausieren lassen. Mit der Option auf mehr! Managern, Politikern & Co. mal zeigen, wer in diesem Land für die Wertschöpfung zuständig ist, und den uns zustehenden Anteil am Kuchen des Aufschwungs einfordern.

Aber solang man nicht von der Couch hochkommt, und höchstens in der Kneipe beim Biertrinken Engagement zeigt, kann das natürlich nichts werden.

Mal davon abgesehen, daß unsere arbeitgeberfreundlichen Gerichte einen Generalstreik sicherlich als “unverhältnismäßig hart” verbieten würden, genau wie sie diesen Popelstreik bei der Bahn schon mehrfach untersagten…

NACHTRAG:
Daß _ich_ mal etwas positives über Frankreich und Franzosen sage…
…so ändern sich die Zeiten :roll:

Sind 31% wirklich viel?

Eine kleine Rechnung bei XWolf:

Ein Lokomotivführer bekommt zur Zeit maximal 2150€. Das sind bei Steuerklasse I, ohne Kinder, etwa 1400€ ausgezahlt. Wenn man 31% mehr fordert, sind das knapp 666,50€ mehr Grundgehalt. Ausgezahlt mit selben Werten 1834€. Somit 434€ mehr.

Das ist sicherlich ein schöner Batzen Geld, aber vor dem Hintergrund, daß sich der Vorstand der Bahn die eigenen Gehälter gerade erst um 62% erhöht hat, durchaus berechtigt finde ich.

Mal ganz davon abgesehen, daß ich 1.4k€ netto im Monat als Endgehalt (also nach 25 Dienstjahren oder so) für eine dermaßen verantwortungsvolle Tätigkeit im brachialen Schichtdienst wirklich frech und unverhältnismäßig wenig finde.

Ach ja:

Eine andere Rechnung wäre bzgl. der Wirtschaftlichkeit noch erwähnenswert:
Wenn man annehmen würde, daß alle 14000 Mitglieder der GDL nun 666,50 Euro mehr kriegen würden, wären daß etwa 9 Millionen Euro pro Monat oder 112 Millionen pro Jahr an Mehrkosten bei dem Personal die die Bahn zahlen müsste (bei über 2 Milliarden Euro Gewinn und bei der Zahl an Leuten ist das nicht viel).

In Presseberichten behauptet die Bahn jedoch, daß jeder Streiktag einen Schaden von 500 Millionen Euro verursachen würde.
In anderen Worten: Selbst eine volle Akzeptanz der Bahn aller GDL-Forderungen wäre günstiger als Streik. Somit kann es der Bahn garnicht um das Geld gehen sondern es geht ihr nur darum, nicht nachzugeben.
Koste es, was es wolle.

Dem hab ich nichts mehr hinzuzufügen.

gefunden beim Schockwellenreiter

 
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