Blogparade: 10 Bücher, die man gelesen haben muß
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Bei Read It gibts eine Blogparade über Bücher.
Und als jemand, der _immer_ irgendwas zu lesen hat/sucht/braucht/will kann ich daran natürlich nicht vorbeigehen.
Auf geht’s:
1.) Umberto Eco: Das Focaultsche Pendel
Wer sich für Verschwörungstheorien interessiert, sollte dieses Buch nicht links liegen lassen. Rosenkreuzer, Tempelritter, Freimaurer, Illuminaten, Magier, … Eco nimmt sie alle und spinnt daraus die ultimative Weltverschwörung. Dabei geht er so geschickt vor, daß die Grenze zwischen Realität und Fiktion irgendwann verschwimmt. Wirklich ein tolles Buch.
2.) J.R.R. Tolkien: Der Herr der Ringe
Muß man ja nicht mehr viel zu sagen: Die Mutter aller Fantasyromane, eben. Episch, gewaltig, absolut. Was mich bereits beim ersten Durchlesen vor vielen Jahren beeindruckte, war die äußerst detailliert ausgearbeitete Hintergrundwelt Mittelerde. Ich lese dieses Buch nun seit vielen Jahren immer wieder in unregelmäßigen Abständen, und ich entdecke immer wieder Neues. Wer sich das englische Original nicht zutraut, sollte sich dringend die Alt-Übersetzung von Margaret Carroux besorgen. Die aktuelle Übersetzung von Wolfgang Krege weiß nicht zu überzeugen.
3.) Joanne K. Rowling: Harry Potter
Braucht man eigentlich auch nichts mehr zu sagen: It’s Harry Potter, stupid. Man gebe dem Werk von Frau Rowling noch ein paar Jahre und es wird wie selbstverständlich in einem Atemzug mit dem Herrn der Ringe genannt werden.
4.) Umberto Eco: Der Name der Rose
Bekannt vor Allem durch die filmische Umsetzung mit Sean Connery in der Hauptrolle. Wer den Film toll fand (und wer tut das nicht): Das Buch setzt noch einen oben drauf. Vordergründig ist es “nur” ein Detektivroman – verfrachtet ins Mittelalter. Lässt man sich auf das Buch ein, erkennt man, daß es jedoch um weitaus mehr geht. Eco behandelt zentrale Fragen der menschlichen Existenz bis hin zur Frage, ob Wissen an sich bereits so gefährlich sein kann, das es besser verboten und weggeschlossen gehörte.
5.) Die Bibel
Sollte man auch als nichtreligiöser Mensch einmal gelesen haben. Und sei es nur, um zu verstehen, auf welchen Fundamenten unser abendländisches, sozioethisches Grundgerüst fußt. Und wenn man vielleicht erkennt, daß das Neue Testament eigentlich Pazifismus und Vergebung ohne Ende predigt, und daß Fundamentalisten, Amtskirchen und viele Andere unter dem Banner ‘Christentum’ im Prinzip nur Kokolores verzapfen, ist man menschlich schon ein gutes Stück weiter.
6.) George Orwell: 1984
Ein Buch, das trotz stattlichen Alters vielleicht aktueller denn je ist. Angesichts einer Clique von Politikern und Staatenlenkern, die Schritt für Schritt unsere Grundrechte aufgeben und Staat und Wirtschaft unsere Intimspähre ausschnüffeln lassen, kann man dieses Buch gar nicht genug empfehlen. Es werden Ängste geschürt, die später als Rechtfertigung hinhalten müssen, wieder ein Stück Freiheit aufzugeben – im Tausch gegen ein vermeintliches Gefühl der Sicherheit.
Doppeldenk, Neusprech, Überwachung, … die Parallelen zur heutigen Zeit sind zahlreich und erschreckend. Aus Kriegen zur Ressourcengewinnung wird ein Antiterroreinsatz, irtümlich ermordete Menschen werden zu Kollateralschäden – wenig geschieht heute, was Orwell vor über 60 Jahren nicht vorausgesehen hätte. Lesen und auf die nächste Demo gehen!
7.) Max Frisch: Homo faber
Max Frisch beschreibt einen Menschen, der so denkt, wie ich gelegentlich auch ticke: Kühl, rational, analytisch (OK, hier im Blog kommt das jetzt nicht sooooo rüber
). Im Grunde zeigt dieses Buch, daß wir unsere Menschlichkeit nicht unterdrücken dürfen. Emotionen, Leid und Leidenschaften gehören einfach zu unserem Mensch-Sein. Und wer diesen Teil seiner Persönlichkeit zu sehr vernachlässigt, wird am Ende Alles verlieren.
8.) Hunter S. Thompson: Fear and loathing in Las Vegas
Toll: Reporter fährt in die Wüste, um von einem Motorradrennen zu berichten. Das ist normalerweise nicht der Stoff, aus dem spannende Geschichten gemacht werden. Da dieser Reporter aber glücklicherweise Raul Duke heißt, kann man sich auf einiges gefasst machen. Das Buch nimmt den Leser mit auf eine Reise in die Abgründe des Menschlichen Geistes. Im Grunde ist das ganze Buch ein einziger, großer Tripreport: Meskalin, Koks, Marihuana, LSD, Äther, … es gibt vermutlich keine Droge, deren Wirkung in diesem Buch nicht dargestellt wäre. Absurd, komisch, erscheckend: Gonzo Journalismus!
9.) Noah Gordon: Der Medicus
Gordon beschreibt die mittelalterliche Reise eines jungen Engländers ins Morgenland, um dort Medizin zu studieren und seine Rückkehr ins unterentwickelte Europa. Ein absolutes Muss für jeden Fan des Mittelalters. Außerdem erkennt der Leser, daß es kaum 500 Jahre her ist, da Europa der ungewaschene, ungebildete Teil der Welt war, und Kultur und Wissenschaft sich vor Allem im Nahen Osten abspielten.
10.) Heinz Strunk: Fleisch ist mein Gemüse
Mal davon abgesehen, daß ich mich der Aussage des Titels vorbehaltlos anschließe, hat es Herr Strunk geschafft, eine der kurzweiligsten Autobiographien aller Zeiten hinzulegen, voller Wortspiele, vor Ironie und Sarkasmus triefend und einfach zum schreien komisch. Ich habe während der Lektüre dieses Buches (in einem überfüllten ICE Großraumabteil) Tränen gelacht (und einige merkwürdige Blicke der Mitreisenden geerntet).
…via Captain Obvious
Fleisch ist mein Gemüse
Hinter diesem ominösen Titel verbirgt sich ein wirklich urkomisches (aber auch teilweise verstörendes) Buch von Heinz Strunk.
Strunk beschreibt darin sein Leben als junger Erwachsener: Ein Leben mit starker Akne, das geprägt ist vom tristen Alltag in einem Reihenhaus Hamburg-Harburgs, nur unterbrochen durch allabendliche Alkoholexzesse und die wochenendlichen Touren durch ganz Norddeutschland im Dienste einer mittelmäßig-schlechten Tanzband mit Namen “Tiffany’s”.
Strunk erzählt vom Dasein als verkannter Musiker, von einem Leben jenseits der romantischen Vorstellung von Sex, Drugs & Rock’n'Roll. Denn wer glaubt, daß Berufsmusiker auf Schützenfesten und Dorfkirmessen anziehend auf das andere Geschlecht wirkten, wird hier gnadenlos eines Besseren belehrt.
Die in diesem Buch geschilderten Vorkommnisse sind wohl teilweise autobiographischer Natur, wenngleich offen bleibt, welche Erlebnisse der Autor tatsächlich durchlebt hat, und welche Geschichten er lediglich erfunden hat.
Sei es drum! Wenn auch nur die Hälfte der Ereignisse so stattgefnden haben wie geschildert, dann kann man guten Gewissens davon sprechen, daß Heinz Strunk ein wirklich mörderisch verkorkstes Leben geführt haben muß.
Wenn ich mir auch nur ansatzweise vorstelle, _ICH_ hätte das durchmachen müssen…
…mir wird gleich ganz anders
Nichtsdestotrotz ist das Buch wirklich interessant geschrieben, voller Wortspiele, vor Ironie und Sarkasmus triefend und einfach zum schreien komisch.
Ich habe während der Lektüre dieses Buches (in einem überfüllten ICE Großraumabteil) Tränen gelacht (und einige merkwürdige Blicke der Mitreisenden geerntet).
Wirklich zu empfehlen, und deswegen mach ich hier mal ganz dreist Werbung:


