zu jung
Es gibt so Tage, da merke ich: Ich bin zu jung! Zu spät geboren!
Häufig (aber längst nicht immer) geht es dabei um Musik, und um Künstler, die Live on Stage zu erleben, mir leider nie vergönnt sein wird.
Heute ist wieder einer dieser Tage.
Ich höre schon den ganzen Tag Johnny Cash. Vor ein paar Monaten habe ich nämlich auf einem Flohmarkt günstig ein paar Johnny Cash CDs abgegriffen. Konkret handelt es sich dabei um die Alben American Recordings I-V und um die Box Unearthed.
Die CDs lagen seitdem in meinem CD-Regal herum, und ich hatte sie erst einmal nicht beachtet. Und da mir einmal wieder langweilig war, machte ich mich heute daran, die Alben meiner Musiksammlung auf meinem PC hinzuzufügen, und sie dabei gleich anzuhören.
Und was soll ich sagen: Ich bin unglaublich begeistert. Also wirklich! So richtig!
J.R. Cash läuft also schon den ganzen Tag rauf und runter, und so langsam reift in mir die Erkenntnis, daß ich mal wieder viel zu spät auf einen großen Musiker aufmerksam geworden bin. Klar wußte ich, daß es da so einen Country-Typen namens Johnny Cash gab. Aber außer “Ring of Fire” gab es eigentlich kein Lied, das ich bewußt mit ihm assoziiert hätte.
Und selbst wenn ich früher auf ihn aufmerksam geworden wäre, hätte eine sehr große Chance bestanden, daß er bei mir erst einmal unter “ferner liefen” gelaufen wäre. Denn noch vor 10 Jahren beschäftigte ich mich vor allem mit …äääh… anderer Musik, und mein musikalischer Wohlfühlbereich war eher eng gefasst. Für Cash hätte daher mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nichts übrig gehabt.
Ich bin wirklich traurig! Wäre ich nur 10 oder 15 Jahre älter, dann hätte ich den Mann sicher noch Live auf irgendeiner Bühne erleben können. Zumindest die Chance dazu hätte bestanden.
Von meinen Eltern will ich gar nicht sprechen. Als mein Vater so alt war, wie ich heute, hatten wir 1976! In Worten: NEUNZEHNHUNDERTSECHSUNDSIEBZIG! Rock’nRoll! Fuck Yeah!
Meine Fresse! Wen der alles Live gesehen hat oder zumindest gesehen haben könnte: Die Beatles, Led Zeppelin, Deep Purple, The Who, die Stones, Elvis, und und und… Alle auf dem Höhepunkt ihrer Schaffenskraft und größtenteils sogar bezahlbar. *seufz*
Hach…
…genug geschwelgt! Vermutlich bin ich eh’ einer unter Wenigen, wenn ich mir als Endzwanziger hin und wieder wünsche, älter zu sein. Der in meinem Freundes- und Bekanntenkreis beobachtbare Normalfall ist ja eher, daß sich alle vor der 30 fürchten, und lieber wieder jünger werden, oder wenigstens nicht weiteraltern möchten…













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