…und wieder ein Amoklauf
Tags: amok, deutschland, gewalt, killerspiele, Kleinbürger, medien, winnenden
Es war in den vegangenen 48 Stunden nahezu unmöglich, nichts vom neuesten Schulmassaker in Deutschland zu hören oder zu sehen – omnipräsent in allen Medien war die Geschichte.
Und natürlich stürzen sich die Mainstream-Medien auf jede Pseudoneuigkeit, die sie in diesem Zusammenhang finden können. Daß dabei einmal mehr Grundtugenden des Journalismus auf der Strecke bleiben, z.B. saubere Recherchen, wird billigend in Kauf genommen – Hauptsache, man ist schneller als die Konkurrenz.
In ihrer kleinbürgerlichen Ignoranz ziehen Politiker und Medienschaffende erneut alle Register, wenn es darum geht, zu verteufeln, was sie nicht verstehen. Nach bekanntem Schema sind nun also wieder Computerspiele dran Schuld:
- Plasbergs ‘Hart aber Fair’ untertitelt die Sendung vom 11.03. reißerisch mit: Was machen Internet und Ballerspiele mit Jugendlichen?
- der Focus ist auch ganz schnell: Polizei vermutet Motiv von Tim K. im Internet [...] Auf dem Computer von Tim K. wurde ein Killerspiel gefunden
Die für jeden gesund denkenden Menschen eigentlich entscheidende Frage, wie der Täter an die Schusswaffe seines Vaters und 250 Schuss Munition gelangen konnte, wird , löbliche Ausnahmen wie Monitor einmal ausgenommen, nur im Vorbeigehen behandelt. Polizei und Politik, die sonst immer ganz schnell dabei sind, wenn es um Präventivmaßnahmen zur Abwehr von sogenannten Gefährdern geht, sehen keinen Bedarf, das Waffenrecht in Deutschland zu verschärfen.
Das passt leider ins Bild. Immer frei nach dem Motto: Guns don’t kill people, Counter Strike does!
Quasi-Presseschau:
- Der Spiegelfechter – Winnenden und die mediale Verantwortung
- Der Schockwellenreiter – Kein Wort zu Winnenden
- pantoffelpunk – Und ich sach noch
- spreeblick – Amok-Koma
- Fefe – Killerspiele und der Einfluß auf die Kriminalität
…auch erschienen auf dem neuen freitag













4 persönliche Meinungen zu “…und wieder ein Amoklauf”
Crennas schrub:
Auf kheryha.de wirds heute abend auch noch meine Gedanken zum Thema geben, auch wenn ich riskiere, dann bald Besuch von Herrn Schäuble zu bekommen…immerhin geht´s ja bei mir u.a. auch um Computerspiele und Schusswaffen.
Titel meines Artikel wird “Die üblichen Verdächtigen”, weil´s den Kern der Sache trifft. Schließlich fragt ja in der Tat niemand, warum man als Privatperson mehrere scharfe Waffen besitzen darf, die eindeutig nicht sportlichen Zwecken dienen usw.
Ich dachte immer, es heißt: “Guns don´t kill people, Class-II Phasers do.”
Gregor schrub:
Also ganz ehrlich:
Wenn nach dem vorletzten maoklauf die Waffengesetze verschärft werden wird gejammert.
Wenn ach dem letzten Amoklauf die Gesetze nicht verschärft werden, jammern die selben Leute.
Und: Wie kann man auf der einen Seite die Wegnahme von Freiheitsrechten (Waffenbesitz) fordern, und auf der andren Seite gegen die Wegnahme von Freiheitsrechten (Vorratsdatenspeicherung) sein?
Leute, Sucht Euch einen Florianswallfahrtsort, und pilgert hin, alle! Lied für den Marsch: “Oh heiliger St. Florian, verschon unser Haus, zünd andre an”
Open Eyes » Die Killerspiele waren es… schrub:
[...] war das Motto was [gehirnstürm] ausgegeben hat: Guns don’t kill people, Counter Strike [...]
Crennas schrub:
@ Gregor: Wieso sollte es ein Widerspruch sein, auf der einen Seite für (ein spezielles) und auf der anderen Seiten gegen (ein spezielles) Freiheitsrecht zu sein? Vorratsdatenspeicherung ist aus meiner Sicht unnötig und schafft mehr Probleme als sie löst, Waffenbesitz bei Privatpersonen ist genauso unnötig und schafft mehr Probleme als er löst. Ich sehe da kein Problem…abgesehen davon schränken BEIDE Dinge MEINE Freiheit ein…entweder ich werde zu Unrecht ausspioniert oder mit einer (legalen) Waffe von jemanden erschossen, der vielleicht besser doch keinen Zugang (zumindest keinen legalen inkl. Schiessausbildung) zu scharfen Waffen hätte haben sollen.
Einem Verrückten eine Waffe in die Hand zu geben, macht aus ihm noch keinen geübten Präzisionsschützen…das geht nur mit Übung und Leuten, die einem den Umgang mit der Waffe näherbringen.
In diesem Zusammenhang finde ich es auch interessant, dass viele Medien kaum zwischen Sportschützen und Schützenvereinen unterscheiden, obwohl diese kaum etwas gemein haben.
So, genug für jetzt.
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