Fremdenfeindlichkeit im Alltag
Tags: arschlöcher, Berlin, Busse, BVG, fremdenhass
Gestern hatte der Bus ein wenig Verspätung; er war etwa drei Minuten überfällig.
Ein mit mir an der Haltestelle wartender Fahrgast regte sich darüber so sehr auf, daß er nicht nur abwechselnd auf seine Uhr schaute und den Kopf schüttelte, sondern auch anfing, lauthals zu schimpfen.
Als der Bus dann kurze Zeit später eintraf, und der andere Fahrgast den Fahrer erblickte, rief er: “Ach so eener is dit!”
Was war geschehen? Nun, der Fahrer hatte einen eher dunkleren Hauttyp und schwarzes Haar. Daraus schloss der andere Fahrgast offenbar messerscharf: Türke! Oder Araber! Oder So!
Jedenfalls stellte er den Fahrer beim Einsteigen zur Rede: “Hör mal, Bursche! Wir sind hier nich in Anatolien! Dit is’n Deutscher Bus! Hier kannste nich so fahren, wie de magst! Wir ham hier nen Fahrplan und so!”
Mich regen solche Äußerungen immer auf!
Was hat denn die Herkunft eines Menschen (oder die Herkunft seiner Eltern) mit seiner Arbeitsleistung zu tun?
Was sagt die vermeintliche Herkunft eines Menschen überhaupt über diesen Menschen aus, außer daß er oder seine (Groß-)Eltern woanders geboren wurden?
Naja,
als ich also gerade Luft hole, um diesem aufgeblasenen, ungewaschenen Unsympathen meinen ganzen Zorn entgegenzuschleudern, ihn zu fragen, ob er noch alle Tassen im Schrank hat und ob er die Buchstaben in der Blöd-Zeitung unter seinem Arm überhaupt lesen kann, oder ob er sich nur die Bildchen anschaut, ihm zu sagen, daß er mich mal kann, und daß ich die Nase gestrichen voll habe von xenophoben Arschlöchern wie ihm dem Typen mal die Meinung zu sagen, bittet der Fahrer ihn in bestem Hochdeutsch, sich doch bitte zu setzen, damit er endlich losfahren kann und der Bus sich nicht noch mehr verspätet.
Auch ‘ne Variante













4 persönliche Meinungen zu “Fremdenfeindlichkeit im Alltag”
Hokeys Blog schrub:
[...] im Alltag Die Busse in Bielefeld haben, im Gegensatz zu den Berlinern, eher selten Verspätung. Mancher Busfahrer riskiert seinen guten Schnitt allerdings durch [...]
Geschickt gekontert » Spaß mit der Deutschen Bahn schrub:
[...] gehirnsturm gibt es einen Eintrag über die leider immer noch vorhandene Fremdenfeindlichkeit. Da hat ein Bus in Berlin [...]
Joaquin schrub:
Rassismus ist eine Frage des Intellekts
Peter schrub:
Ich habe hie rnoch eien Geschichte aus dem Süden der republik dazu. Ein bißchen komplizierter, da ich, der – in diesem Fall nur vermeintliche Ausländer – selbst ein bißchen mehr Schuld an dem ganzen trage als der Busfahrer in der Geschichte oben: http://fremdenhass-in-unterschleissheim.blogspot.com/2010/01/sind-katzen-wichtiger-als-kinder-und.html
Eure Meinung würde mich interessieren…
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